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„Wie bitte ich um eine lebensrettende Organspende?“

Als Leiterin der Dialyseklinik von Fresenius Medical Care in Parsippany, New Jersey, wusste Barbara Miller aus eigener Erfahrung, welche Hoffnungen und Sorgen nierenkranke Patienten umtreiben, während sie auf eine Transplantation warten. Worauf sie nicht gefasst war: die große Freude und Dankbarkeit, die sie als Organspenderin spürte. Die Fresenius Medical Care Foundation will mehr Menschen wie Miller überzeugen, mit einer Organspende Leben zu retten.  

Doch als ihr Enkel Danny im Januar 2010 mit Niereninsuffizienz geboren wurde, bekam ihre Arbeit plötzlich eine sehr persönliche Bedeutung. Der Säugling benötigte Betreuung rund um die Uhr und verbrachte die ersten fünf Monate seines Lebens im Krankenhaus, bevor er nach Hause entlassen wurde. Das Leiden des Neugeborenen inspirierte Miller, inzwischen Klinikleiterin der Fresenius Medical Care Dialyseklinik in Parsippany, New Jersey, sich als Organspenderin für ihr jüngstes Familienmitglied zur Verfügung zu stellen. „Danny zuzusehen, wie er sich abmühen musste, gab den Ausschlag“, erinnert sich Miller.

Barbara Miller und ihr Enkel
Eine stolze Großmutter: Miller mit ihrem zehnjährigen Enkel Danny im Garten vor ihrem Haus in New Jersey. 

Innere Stärke hilft

Ich wollte etwas zurückgeben und das gute Karma meiner Familie teilen.

Barbara Miller
Klinikleiterin, Fresenius Medical Care

Die Warteliste wird immer länger

Einfacher Test für potenzielle Spender

Die erste Zuwendung der Stiftung kam Donate Life America (DLA) zugute, einer gemeinnützigen US-Organisation zur Förderung von Organspenden. DLA nutzt das Geld zum Aufbau des ersten landesweiten Lebendorganspenderverzeichnisses in den USA, das voraussichtlich 2020 zur Verfügung stehen wird. Es soll als Informationsplattform für alle Interessierten dienen. Das Register ergänzt das gegenwärtige Prozedere in den Transplantationszentren und Krankenhäusern überall im Land. Bisher müssen potenzielle Spender zuweilen eine mehrstündige Anreise in Kauf nehmen, um sich beraten und testen zu lassen.

Außerdem unterstützt die Stiftung die Entwicklung eines denkbar einfachen Heimtests für mögliche Organspender; diesen will die DLA zeitgleich mit dem Verzeichnis an den Start bringen. Der Test basiert auf einer Speichelprobe, wie sie für die Ahnenforschung verwendet wird, und ermöglicht so ein schnelles und verbraucherfreundliches Screening. Das Testset soll an Patienten verteilt werden, damit diese es an Verwandte und Bekannte weitergeben können. Nach Einsenden und Auswertung der Speichelprobe werden auf Basis der Ergebnisse effizient und sicher Organspender und -empfänger gematcht. Das Testset dürfte dafür sorgen, dass der Pool an möglichen Organspendern wächst und sich die durchschnittliche Wartezeit verkürzt. Durch die Kombination von Verzeichnis und Testset könnte sich die Zahl der Lebendspender innerhalb eines Jahres verdoppeln, schätzt Jessie Newman, Director of Community Relations bei Fresenius Medical Care Nordamerika.

Barbara Miller in der Dialyseklinik in Parsippany
Mit Leidenschaft im Einsatz: Barbara Miller kümmert sich seit zwei Jahrzehnten um die Versorgung von Nierenkranken, derzeit als Leiterin der Dialyseklinik in Parsippany, New Jersey.

Der Mut zur großen Frage

Fresenius Medical Care Foundation

„THE BIG ASK – THE BIG GIVE” (BABG – wörtlich: Die große Frage – die große Gabe) ist eine kostenlose Plattform der National Kidney Foundation (NKF) mit Workshops, Ressourcen und Unterstützung für Nierenkranke und deren Familien. Das Angebot soll ihnen helfen, ihre Hemmungen zu überwinden, Freunde, Verwandte oder Bekannte um eine Organspende zu bitten. Die vierstündige Veranstaltung macht Patienten mit sieben Möglichkeiten vertraut, ihre persönliche Geschichte zu erzählen und andere um Hilfe zu bitten. Die BABG Workshops wurden 2018 erstmals von der NKF veranstaltet und konnten 2019 und 2020 dank der Unterstützung der Fresenius Medical Care Foundation in weiteren 15 Städten in den USA angeboten werden. Um mehr über die Fresenius Medical Care Foundation zu erfahren, klicken Sie hier.

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