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„Wer stellt meine optimale Versorgung sicher?“

Qualität macht den Unterschied

Sirkka-Liisa Alén hat in ihrem Leben einiges erlebt. Sie war Lehrerin, später dann in verschiedenen Positionen im Gesundheitswesen tätig. Das ist allerdings schon lange her. Sie ist schon seit mehr als drei Jahrzehnten im Ruhestand. Seit zweieinhalb Jahren ist sie auf Dialysebehandlungen angewiesen. Mehrmals die Woche kommt sie deshalb allein mit dem Taxi in die Pitäjänmäki-Dialyseklinik in Helsinki, begrüßt die Dialyseschwestern und bereitet ihre Behandlung schon mal selbst vor.

Dann macht sie es sich auf Bett 31 bequem – es ist immer dasselbe – und wartet darauf, dass eine Krankenschwester sie an die Dialysemaschine anschließt. Vor ihr auf einem kleinen Tischchen ist ein Tabletcomputer angeklemmt. „Ich schaue hier immer das Morgenfernsehen“, sagt Alén. Sie gehört zu den ältesten Patientinnen in der Dialyseklinik Pitäjänmäki, die erst im Frühjahr 2019 eröffnet hat. „Die Behandlung hier ist gut, aber danach bin ich müde“, verrät sie. Ob die Dialyse eine große Belastung für sie sei? Sie muss ein wenig überlegen, denn einfach Ja sagen will sie offenbar nicht. „Ach, ich bin die älteste von drei Schwestern, und im Vergleich mit ihnen geht es mir eigentlich immer noch am besten“, antwortet sie schließlich.

Sirkka-Liisa Alén genießt ihren Kaffee
Sirkka-Liisa Alén genießt eine kleine Auszeit in ihrem Stammcafé, welches knapp zehn Minuten von der Dialyseklinik entfernt liegt.
Sirkka-Liisa Alén

Ich bin die Älteste von drei Schwestern, und im Vergleich mit ihnen geht es mir eigentlich immer noch am Besten.

Sirkka-Liisa Alén
Dialysepatientin aus Helsinki, Finnland

Ein Gesundheitssystem vor neuen Herausforderungen

Zu jammern kommt für Alén nicht infrage. Sie lebt immer noch alleine und ist selbstständig in ihrem Alltag. Einen festen Platz hat darin auch ihre Familie. Eine der Schwestern wohnt in ihrer direkten Nachbarschaft. „An den Tagen, an denen ich zur Dialyse fahre, kocht sie für mich, und wir treffen uns zum Mittagessen.“

Rund vier Stunden muss Alén heute in der Klinik sein. Eine Dialyseschwester ist ständig im Raum und zur Stelle, wenn Patienten einen Wunsch haben oder Unterstützung benötigen. Wenn Alén da ist, kommt auch Sirkku Sayeed-Väisänen immer wieder an ihr Bett. Beide freuen sich, wenn sie ein wenig miteinander reden können. Viel Zeit bleibt Sayeed-Väisänen allerdings nicht, schließlich ist sie als Pflegeleiterin für die gesamte Klinik verantwortlich.

Sirkka-Liisa Alén während ihrer Behandlung

Finnland als Vorbild innerhalb Europas

Wer in einem weiten, nur wenig besiedelten Land lebt, entwickelt vermutlich schon deshalb einen ganz eigenen Lebensstil, der Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Disziplin in den Vordergrund rückt. Eigenschaften, die auch die Grundprinzipien des finnischen Gesundheitssystems sind. Es überträgt Pflegekräften mehr Aufgaben, als dies in anderen Ländern üblich ist. Es regelt aber auch den Zugang zu Gesundheitsleistungen deutlich strikter. Das Ergebnis ist ein relativ effizientes Gesundheitssystem mit tragfähiger Kostenstruktur.

Finnland gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen als Vorbild innerhalb Europas. Lange Zeit pilgerten europäische Gesundheitsexperten gen Norden, um herauszufinden, warum das Gesundheitswesen der Finnen so effizient ist. Sie kehrten mit der Botschaft zurück, dass das Land der technologischen Entwicklung aufgeschlossen gegenübersteht.

Krankenhausbezirk in Helsinki
Finnland ist in 20 Krankenhausbezirke unterteilt. Im „Hospital District of Helsinki und Uusimaa“ leben rund 1,7 Millionen Einwohner.

Fast alle Leistungen werden in Finnland von staatlichen Institutionen erbracht, die in Gesundheitszentren und Kliniken konzentriert sind. Eine private Einrichtung wie die beiden Kliniken von Fresenius Medical Care ist die absolute Ausnahme.

Vom Produktlieferant zum Innovationstreiber

Umso stolzer ist das 24-köpfige Team der finnischen Landesgesellschaft, 2018 die Ausschreibung des Hospital District of Helsinki and Uusimaa (HUS), einer der größten administrativen Einheiten im finnischen Gesundheitssystem, für die beiden Kliniken gewonnen zu haben.

„Die Geschichte dieses Erfolgs geht zehn Jahre zurück“, erzählt Väänänen. „Wir haben damals ein völlig neues, multidisziplinäres Team aufgebaut“, erinnert sie sich.

Damals kam auch Marja Stenborg als medizinische Leiterin ins Team. Die Nephrologin bringt ihre ärztliche Kompetenz ein, um Mitarbeiter im Produktvertrieb und in der Patientenversorgung mit medizinischem Fachwissen zu Experten auf ihrem Gebiet zu machen. „Unsere Mitarbeiter sind oft die ersten, die neueste Erkenntnisse und innovative Produkte in die Krankenhäuser bringen“, sagt Stenborg.

So ist das Unternehmen in Finnland nach und nach als Innovationstreiber bekannt geworden und wird mittlerweile nicht mehr nur als Lieferant von Maschinen und Materialien gesehen, sondern als Partner bei der Verbesserung der Dialyseversorgung. „Ich würde sagen, unsere gemeinsamen Anstrengungen in den letzten zehn Jahren haben wesentlich dazu beigetragen, den Auftrag für die zwei Kliniken zu gewinnen“, so Stenborg.

Minna Väänänen
Minna Väänänen, Vertriebsleiter in Fresenius Medical Care Finnland

Teamarbeit wird in Helsinki großgeschrieben. In extrem kurzer Zeit und einem vorgegebenen Umkreis passende Räume zu finden, sie umzubauen und die Klinik technisch auszustatten, das geht nur mit entsprechendem Einsatz.

Die Inbetriebnahme der beiden Kliniken ist der Beweis dafür, dass Fresenius Medical Care im finnischen Gesundheitswesen eine besonders vertrauenswürdige Stellung erlangt hat. „Wir sind der einzige private Klinikbetreiber“, erläutert Väänänen. „Im Produktbereich liegen wir bei der Hämodialyse heute bei mehr als 60 Prozent, im Akutbereich sogar bei ungefähr 80 Prozent.“ Damit ist der große Schritt vom Produkt- zum Dienstleistungsgeschäft geglückt.

Das Team vom Fresenius Medical Care Dialysezentrum in Helsinki
Teamwork schreiben sie hier groß: Sirkku Sayeed-Väisänen, Maarit Taskinen, Marja Stenborg, Minna Väänänen (v.l.n.r)

Heimdialyse soll weiter wachsen

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